Eberswalde, den 9.8.2026

Kinderschutz-Konzept Wilde Birkenkinder e.V.
1. Haltung & Präambel
Der Wilde Birkenkinder e.V. steht für einen respektvollen, grenzachtenden und wertschätzenden Umgang. Wir schaffen einen geschützten Raum, in dem Kinder Natur frei und eigenverantwortlich entdecken können. Der Schutz der physischen und psychischen Unversehrtheit aller Teilnehmenden steht an oberster Stelle.
Um Handlungssicherheit für alle Betreuungspersonen zu schaffen und Eltern maximale Transparenz zu bieten, verknüpft dieses Konzept allgemeine Schutzstandards mit den spezifischen Gegebenheiten unserer wildnispädagogischen Arbeit auf dem Vereinsgelände.
2. Leitfaden: Intimität, Nähe, Distanz & Grenzwahrung
2.1 Physische Nähe & Körperkontakt
- Grundsatz der Freiwilligkeit: Körperkontakt geht grundsätzlich vom Kind aus oder geschieht nur mit vorheriger Ankündigung und ausdrücklichem Einverständnis des Kindes.
- Trösten & Ermutigen: Wenn Kinder Trost suchen, bieten Betreuungspersonen eine zugewandte, offene Haltung an (z. B. Schulter klopfen, seitliche Umarmung). Aufdrängende Umarmungen oder Schoss-Sitzen gegen den Willen des Kindes sind unzulässig.
- Hilfestellungen bei Outdoor-Aktivitäten: Bei Hilfestellungen (z. B. beim Klettern, Balancieren, Überqueren von Hindernissen oder bei der Messerführung) erklären Betreuer:innen vorher kurz, was sie tun („Ich halte dich kurz am Gürtel fest, damit du nicht abrutschst“).
- Die „Stopp-Regel“: Wenn ein Kind oder eine Betreuungsperson „Nein“ oder „Stopp“ sagt (insbesondere bei wilderen Spielen oder Toben), endet die Handlung umgehend.
2.2 Intimsphäre & Sanitärbereich (Kompostklo & Gelände)
- Wahrung der Privatsphäre: Kompostklos sind geschützte Räume. Betreuungspersonen betreten diese nicht, während sie von Kindern genutzt werden.
- Unterstützung bei Kleinkindern: Benötigt ein Kind zwingend Hilfe (z. B. beim Händewaschen oder Kleidung richten), wird dies im Team transparent angekündigt („Ich helfe [Name] kurz beim Händewaschen“). Tür oder Vorhang bleiben, wo möglich, angelehnt statt verschlossen.
- Toilettengang in der freien Natur: Bei Aktivitäten außerhalb des Geländes wird ein geschützter Bereich vereinbart, der Sichtschutz bietet, aber aus Sicherheitsgründen in Rufweite des Teams bleibt.
2.3 Sprache, Kommunikation & Beziehungsgestaltung
- Wertschätzender Ton: Wir pflegen eine Sprache, die frei von Beschämung, Zynismus, Abwertung, Dikriminierung oder sexuellen Anspielungen ist.
- Keine Geheimnisse: Es gibt im Verein keine Vereinbarungen der Form „Das bleibt unser kleines Geheimnis vor den anderen/den Eltern“. Transparenz ist oberstes Gebot.
- Gleichbehandlung: Es werden keine einzelnen Kinder durch Geschenke, Sonderrechte oder exklusive Aufmerksamkeiten bevorzugt oder benachteiligt.